reDie Qual der Wahl:
Rennrad oder Gravel Bike?

Nachdem ich mein altes Rennrad im Winter 20/21 verkauft hatte, stellte sich die Frage, ob ich mir wieder ein Rennrad kaufen oder auf ein Gravel Bike umsteigen soll. Was jedenfalls fest stand: Eine Alternative zu meinem geliebten Mountainbike ist unumgänglich. Aber welches der beiden Räder ist das Richtige? Benötige ich ein Bike, dass nur auf Asphalt zu Hause ist oder sollte es auch über geschotterte Radwege fahren können? Wo liegen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Räder? Sind beide Räder alltagstauglich? Um diese Fragen beantworten zu können, machte ich mich im Netz, bei Freunden und in Zeitschriften schlau. Am Ende traf ich für mich eine gute Entscheidung, mit der ich sehr glücklich bin. Aber dazu später mehr. Schauen wir uns erst die beiden Kategorien an und vergleichen sie.

„Das Rennrad“

Ein Rennrad ist wie der Name schon verlauten lässt, ein Fahrrad, welches auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt und ausschließlich auf Asphalt zu Hause ist. Durch diese Ausrichtung des Rades ist es nicht verwunderlich, dass das Hauptaugenmerk auf Leichtbau und Aerodynamik liegt.

„Ausstattung und Komponenten“

Rennräder werden durch Ihre Gewichtsmaximierung ohne große Ausstattung geliefert. Somit ist ein Rennrad auf das absolut Nötigste reduziert und bringt eine sehr sportliche Sitzposition mit sich. Wer trotz allem gewisse Dinge wie z. B. Licht oder Schutzblech benötigt, der findet im Zubehörhandel alles was das Herz begehrt. Jeder kann individuell, seinen Bedürfnissen entsprechend, das Fahrrad mit Sonderausstattungen ergänzen. Bei den Komponenten verhält es sich ähnlich. Im Hobbybereich werden fast durchweg Kompaktkurbeln mit Kettenblättern 50/34 und bei Wettkampfrädern überwiegend 52/36 verwendet. Die Reifen sind in der Regel Profillos und 23–30 mm breit. Was die Bremsen angeht, setzt sich mittlerweile die Scheibenbremse durch und löst die alte Felgenbremse ab und ist ein wichtiger Punkt im Bezug auf mehr Sicherheit beim Radln.

„Fazit Rennrad“

Speed-Junkies kommen bei einem reinrassigen Rennrad voll auf Ihre Kosten. Die Räder werden immer aerodynamischer in ihrer Form um die Geschwindigkeit zu maximieren.

„Das Gravel Bike“

Ein Gravel Bike ist auf den ersten Blick nicht von einem klassischen Rennrad zu unterscheiden. Bei näherem Hinschauen und einem Blick ins Datenblatt werden die kleinen aber feinen Unterschiede dann sichtbar. Es ist ein Rad, welches sowohl auf Asphalt als auch auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen gefahren werden kann. Das Hauptaugenmerk liegt auf Robustheit und Stabilität. Durch die etwas breitere Bauweise besteht die Möglichkeit Stollenreifen zu fahren und somit recht komfortabel auch abseits des Asphalts Spaß zu haben. Ebenso sitzt das Tretlager etwas höher, um mehr Bodenfreiheit zu erzielen. Die meisten Rahmen sind so konzipiert, dass das Montieren von Gepäckträgern und Taschen für längere Touren kein Problem darstellt.

„Ausstattung und Komponenten“

Manche Hersteller bieten Gravel Bikes von Werk aus mit Gepäckträger und Schutzblech an. Das Rad ist robust, was sich auch in den Schaltungen widerspiegelt. Diese sind im Gegensatz zum Rennrad stabiler gebaut und halten mehr aus. Es werden Übersetzungen gefahren, welche Anstiege leichter machen sollen. Mögliche Variationen sind unter anderem. 48/31 und 46/30. Wie bei einem MTB gibt es die Möglichkeit mit 1×11 oder 1×12 Antrieben auf den Umwerfer zu verzichten. Bei den profilierten Reifen bewegt man sich in der Regel zwischen 32–40 mm breite. Das Gravel Bike gibt es ausschließlich mit Scheibenbremsen welche eine deutlich bessere Performance gegenüber Felgenbremsen bieten.

„Fazit Gravel Bike“

Robust und trotzdem den Leichtbau im Blick zeigt das Gravel Bike auch abseits des Asphalts seine Stärken und ist ein Allround-Bike für sportliche Radfahrer oder Berufspendler.

„Kurz und knapp“

– Beide Räder sind leicht, schnell und auf das wesentliche reduziert.
– Das Rennrad ist das schnellere von beiden und auf der Straße unschlagbar.
– Das Gravel Bike ist ein Allwetterrad und Offroad eine Tempomaschine.
– Das Gravelbike kann man mit Rennradreifen fahren anders herum geht das nicht

„Meine Entscheidung und die Gründe“

Nach vielen Recherchen und einigen Gedanken war für mich relativ schnell klar, dass die Entscheidung zugunsten eines Gravel Bikes ausfallen würde. Ich fahre am liebsten mit dem Mountainbike im Gelände. Das ist meine größte Leidenschaft und da kommt das Gravel Bike dem ganzen am nächsten. Auch für längere Reisen mit etwas Gepäck bietet sich dieses Rad, durch die robuste Bauweise, deutlich besser an als das Rennrad. Sollte ich doch einmal schneller fahren wollen, besteht bei meinem Conway GRV 1200 die Option 30 mm breite Slickreifen zu montieren.

 

 

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