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Mein erster Marathon

Am 02. Oktober 2017 war es so weit. Ich hatte mich für Meinen aller ersten Mountainbike Marathon angemeldet. Oberstdorf war hierfür natürlich mit der herrlichen Landschaft wie geschaffen dafür. Es standen verschiedene Strecken zur Auswahl, wobei ich mich, warum auch immer, für die längste und härteste entschied. Manchmal kommt man einfach auf total verrückte bzw. dumme Ideen. 🙂

„Extrem-Strecke ausgewählt“

Es hieß nun 60 Kilometer und 2000 Höhenmeter zu absolvieren. Schnell wurde mir nach dem Start klar, was da auf mich zukommen würde. Es ging nach knapp 3 Kilometern auch schon den ersten Anstieg in Richtung Gaisalpe hoch. Puhh, ganz schön steil, dachte ich und das war nur der Vorgeschmack, der kleinste Anstieg des Tages….ohje ohje…
Nach einer kurzen Abfahrt kam auch direkt Anstieg Nummer zwei zur Seealpe am Nebelhorn. Da war ich schon echt bedient, ziemlich fertig und froh bald im Ziel zu sein…… Aber Moment, als ich nach der folgenden Abfahrt auf dem Weg ins Oytal auf den Tacho schaute musste ich mit erschrecken feststellen, dass noch gut 43 Kilometer vor mir lagen.

„Hätte ich das vorher Geahnt“

Das war eine üble Nachricht. Aber selber Schuld, da musste ich nun durch. Die nächsten Kilometer verliefen dann zum Glück etwas welliger und nicht mehr ganz so steil. Ein ständiges auf und ab bis hin zum letzten Anstieg des Tages. Es galt zunächst eine Tragepassage hochzuschieben und dann 5 km mit knapp 700 Höhenmeter am Stück zu radeln. Von Freude, Fluchen über Aufgeben und vielem mehr komplettes Chaos in meinem Kopf. Dann endlich, es war geschafft, ich war tatsächlich am Gipfel angelangt ohne einmal abzusteigen. Wow, ich konnte es nicht fassen.

„Sich selbst quälen können“

Auf der letzten langen Abfahrt war ich froh das Schlimmste überstanden zu haben und hatte nicht damit gerechnet, dass 5 Kilometer vor dem Ziel, plötzlich Krämpfe in den Beinen einsetzten sollten. „Oh nein, das noch!“, dachte ich mir. Ich musste kurz anhalten und meine Beine etwas lockern damit ich überhaupt weiterfahren konnte. Für mich war aber klar: „Egal wie, du fährst das Ding hier so kurz vor dem Ende auch ins Ziel! Komme was wolle.“ So tat ich es dann auch und im Ziel gab es kein Halten mehr.

„Freudentränen“

Wahnsinn, ich hatte es tatsächlich geschafft und das in einer durchaus respektablen Zeit. Ich habe meinen ersten Marathon auf einer solchen Strecke absolviert. Dieses Gefühl und diese Erfahrung nimmt mir keiner mehr. Bis heute kann ich es nicht in Worte fassen was dort in mir vorging. Unbeschreiblich!!!