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Mein erstes Etappenrennen

In meinem 2. Jahr auf dem Mountainbike hatte ich mich entschlossen eine große Herausforderung anzuggehen. Ich dachte mir, was kann es da Besseres geben als die Alpentour Trophy in Schladming.

„Bisher kannte ich Schladming nur mit Schnee“

Ein 4-Tage-Etappenrennen an dem Ort, wo ich seit meinem 6. Lebensjahr jährlich zum Ski- und Snowboardfahren war, welch ein Traum jetzt in Erfüllung gehen sollte. Diese Berge mit dem Bike hoch- und runterfahren und das auch noch im Renntempo…total verrückt.

„Auf Los gehts los“

Am 11.06.2019 brach ich gemeinsam mit meinem Dad und dessen Wohnmobil in Richtung Schladming auf. Mit jedem Kilometer Richtung Ziel stieg meine Vorfreude und meine Gedanken schwelgten in vergangenen Zeiten. Was ich dort schon alles erlebt hatte, würde an dieser Stelle den Rahmen komplett sprengen.

„Salzburger Land in Sicht“

Nach guten 7 Stunden Fahrt kam endlich die lang ersehnte Einreise nach Österreich und das wunderschöne Salzburger Land lag uns zu Füßen. Unser erstes Ziel, bevor es am nächsten Tag dann ins 25 km entfernte Schladming gehen sollte, war Radstadt. In Radstadt haben wir 14 Jahre lang Wintercamping gemacht und wollten es uns nicht entgehen lassen den Ort noch einmal zu sehen und zu genießen. So ließen wir dann den Abend nach einer langen Fahrt ruhig bei einem Spaziergang entspannt ausklingen.

„Die Sonne lacht und Schladming ruft“

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück bei herrlichem Sonnenschein ins Nahe gelegene Schladming, wo wir uns auf dem Campingplatz für die nächsten Tage niederließen. Kaum angekommen ging es an den Aufbau und die erste lockere MTB-Ausfahrt in Schladming.

„Federtier und Schwabe folgten später am Tag“

Am späteren Nachmittag kamen noch Teamkollege Sebastian Geimecke „Strochi“ und seine Freundin Claudia zu uns auf den Platz. Unser Schwabe Chris Hipp und Freundin Svenja, machten es sich in einem Hotel gemütlich. Nun waren wir komplett und nutzten die Zeit zum Quatschen und erholen, denn am nächsten Tag sollte das Rennen starten.

„Etappe eins: Quälen in brütender Hitze“

Am 13.06.2020 stand ich nun tatsächlich im Startblock der Alpentour Trophy. Mit Blick auf die Planai, ein unbeschreibliches Gefühl welches in mir aufkam. Nach dem Startschuss dauerte es auch nicht lange bis die ersten Höhenmeter zu bewältigen waren. Ich investierte durch zu viel Euphorie mehr Power als mir guttun sollte. Den ersten langen Anstieg meisterte ich noch super und fuhr bis dahin mit Chris zusammen im Gespann. Nach der Abfahrt dann, an der ich mich doch recht schwertat, fingen meine Probleme an. Skisprungschanze Ramsau musste ich schon hochschieben und bekam dort die ersten kleineren Krämpfe. Diese setzten sich am nächsten Anstieg fort, weshalb ich auch kurzzeitig zum Pausieren gezwungen war. Trotz unfreiwilligen Stopps durch diese Krämpfe habe ich es in einer ganz passablen Zeit ins Ziel geschafft.

„Yeahy erste Etappe geschafft. Pure Freude siegt über Schmerzen“

Nach kurzer Zielverpflegung ging es dann zurück zum Campingplatz. Hier war nach jeder Etappe Bikepflege, Duschen, Stärken und Ausruhen angesagt. Abends gab es für alle Fahrer und Betreuer, nochmal richtig leckeres Essen mit einer super Show und Siegerehrung im Kongresszentrum Schladming.

„Etappe zwei und drei: Unvergessliche Ausblicke“

Ich habe von einem Teambetreuer aus dem Team Witttraining Magnesium gegen die Krämpfe bekommen und war somit an den beiden nächsten Renntagen tatsächlich befreit von jeglichen Krämpfen. Bei den langen Auffahrten der Etappen die herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge, allen voran den Dachstein genießen zu können, ist trotz Anstrengung ein echtes Geschenk.

„Etappe vier: Bergzeitfahren“

Die vierte und letzte Etappe war das Bergzeitfahren. Hier wurde einzeln und Zeitversetzt in umgekehrter Startreihenfolge gestartet. Aufgrund von Streckenänderungen ging es einfach mal den Bikepark auf der Planai hoch was für mich 50 Meter nach dem Start schon das erste Mal Schieben bedeutete. Das zog sich dann die ganzen 9 Kilometer mit 1200 Höhenmeter so weiter. Meine Frustration stieg im Gleichschritt mit jedem Höhenmeter. Als dann auch noch Storchi, singend mit „8000 Watt“ 🙂 an mir vorbeifuhr war es ganz aus. Als ich endlich im Ziel ankam, kippte ich vor Erschöpfung unmittelbar nach der Ziellinie total fertig vom Rad ans Geländer. Es gibt in meiner Erinnerung keinen Moment im Leben, der mich körperlich so fertig gemacht hatte wie dieser Tag.

„Tränen und Erleichterung“

Wieder halbwegs bei Sinnen, fiel alle Anspannung der letzten Tage, Wochen und Monate von mir ab. Ich brach in Tränen aus und konnte gar nicht fassen, was ich in den letzten 4 Tagen geleistet hatte. Dieses Gefühl, nach einer so kurzen Zeit im Sattel, bei einem so großen Event gefahren zu sein und dann auch noch jeden Tag im Mittelfeld der Sportklasse ins Ziel zu kommen….unbeschreiblich!

„Dankbar und unvergessen“

Ein Dank dieser Stelle an alle die mit dabei waren und das ganze Wochenende zu einer runden Sache gemacht haben.

Weltbeste Betreuer: Burkhard, Claudia, Svenja und Julian

Weltbeste Fahrerkollegen: Storchi, Chris

Danke