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Mein Weg zum Radsport

Hätte mir früher jemand gesagt, dass ich eines Tages einmal Tausende von Kilometern pro Jahr mit dem Fahrrad zurücklegen werde, wäre er sehr wahrscheinlich von mir und den Menschen in meiner Umgebung ausgelacht worden. Mein letztes Fahrrad habe ich damals in der 3. Klasse bekommen und danach nie wieder eines besessen. Für mich also absolut unvorstellbar überhaupt mal wieder auf einem Fahrrad zu sitzen.

„Fußball, der ständige Begleiter“

Ich habe zwar schon von Kindesbeinen an Sport gemacht, dieser beschränkte sich aber neben einem kurzen Ausflug zum Tennis immer auf den Fußball. Mit Anfang 30, wurde Fußball jedoch immer mehr zur Nebensache. Nicht zuletzt auch aufgrund der immer häufiger auftretenden Verletzungen die mich plagten. Die Couch wurde mein neues ausgiebiges Hobby und ich trainierte fast täglich mit vollem Eifer. 🙂

„Aber plötzlich kam alles anders…“

Ende 2015 kam alles anders und meine Welt sollte sich einmal komplett um 180 Grad drehen. Zu diesem Zeitpunkt war es so, dass ein sehr guter Freund von mir, nennen wir ihn Heiko, kein Auto hatte um zu seiner Arbeit zu kommen und seit geraumer Zeit mit dem Fahrrad täglich pro Arbeitsweg 20 km zurücklegte. Bis dahin kannte er selbst den Sport mehr oder weniger nur aus dem TV, auch wenn man das körperlich bei ihm nicht sah. 😊

„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s.“

Im Dezember 2015 saßen wir dann mit ein paar Leuten in geselliger Runde in einer Gastwirtschaft bei uns um die Ecke zusammen um ein, zwei Bier und Schnaps zu trinken.
Zum Abschluss des Abends ging es, wie sollte es anders sein, für einen „Absacker“ in eine andere Kneipe.

„Ab jetzt sollte sich meine Zukunft verändern.“

Auf dem Fußweg in diese Kneipe gibt es einen kleinen Berg zu überwinden. Ich kam auf die Idee, mit Heiko um die Wette zu laufen. Mit dem Hintergedanken, dass ich als Kreisklasse Fußballer dieses Spielchen selbstverständlich gewinnen würde, war der Wetteinsatz, ein „Gerstensaft“ in der nächsten Kneipe.

„Lautes Lachen und Fassungslosigkeit füllte die leeren Straßen.“

Es kam wie es kommen musste, Heiko zog beim Laufen an mir vorbei als würde ich stehen. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance und war so fassungslos, dass ich nur noch lachend stehen bleiben konnte und ungläubig meinem Gegner zusah, wie dieser leichtfüßig, den Berg hochschwebte und mich eiskalt abzog. Er hatte sich das Bier nun wirklich verdient.

„Jetzt wird es Zeit was zu verändern.“

Dieser verlorene Wettkampf gab mir zu denken. Auf der einen Seite war es eine spaßige Aktion, auf der anderen Seite die traurige Wahrheit, dass ich mittlerweile kugelrund und träge geworden war. Es war für mich schnell klar, so etwas solle mir nie wieder passieren.

„Startschuss mit 106 kg Körpergewicht“.

Schon am nächsten Tag machte ich diesen Vorsatz wahr und legte los. Mit einem ziemlich dicken Brummschädel vom Vorabend, ging es erst einmal auf die Waage. Puhh da war der nächste Schock. Es leuchteten 106 kg auf, was für ein mentaler Niederschlag zu diesem Zeitpunkt. Die allgemeinen Voraussetzungen waren also ziemlich düster. Aber es half nichts, jetzt oder nie! Laufschuhe an und los! Mit 5, damals nie enden wollenden, Kilometern legte ich los. Den Rest vom Tag lag ich fix und fertig auf der Couch rum und mir schmerzte einfach jeder Knochen und Muskel im Körper.

„Fazit: Körperliche Verfassung = 0 %“

Von nun an legte ich richtig los und machte jeden Tag nach der Arbeit Sport. Sieben Tage die Woche ging ich bei Wind und Wetter raus zum Laufen. Später kam ein Tag in der Woche Schwimmen hinzu, bevor es dann auf das Fahrrad ging.

„Erstes eigenes Fahrrad seit über 24 Jahren“

Im März 2016 kaufte ich mir dann mein erstes eigenes Fahrrad.
Ich quälte mich bei den ersten Fahrten so sehr, dass ich kurz davor war das ganze Projekt wieder hinzuschmeißen. Aber mit dem Hintergedanken der verlorenen Wette und dem eigenen Versprechen, dass sich definitiv was ändern muss, blieb ich trotz Quälerei im Pedal und kurbelte immer weiter, bis heute.

 

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